- Urheber*in
- Urheber*in unbekannt
- Herstellungsort
- Nigeria, Afrika
- Stil/Kultur
- Owo , Yoruba
- Yoruba
- Datierung
- 19./frühes 20. Jh.
- Objekttyp
- Gerät / Zubehör / Kleinobjekt
- Material und Technik
- Holz
- Inventarnummer
- 2005.1
- Masse
- Gesamtmass: 44,5 x 44,5 x 7 cm
- Creditline
- Ankauf mit Mitteln von Novartis
Provenienz
- 19./frühes 20. Jh.: Urheber*in unbekannt in Nigeria
- [...]
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vor 1961: Ernest Ohly (2010), Sammler*in
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vor 2004: Peter und Veena Schnell, Erwerbsumstände unbekannt
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vor 03.12.2004: Sotheby's France (1967), Auktionshaus, Paris
"African and Oceanic Art. Collection Veena et Peter Schnell, Collection Baudouin de Grunne et divers amateurs" Lot 124
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03.12.2004: Novartis International AG, Käufer*in
- 2005: Museum Rietberg (1952), Begünstigte*r
Ausstellungen
- The Language of Beauty in African Art, Kimbell Art Museum, Fort Worth, TX 76107, 27.03.2022–31.07.2022
- The Language of Beauty in African Art, The Art Institute of Chicago, Chicago, IL, 20.11.2022–27.02.2023
Literatur
- Die Kunst von Schwarzafrika, Autor*in: Leuzinger, Elsy; hrsg./übers.: Kunsthaus Zürich; Recklinghausen, 1970
- Meisterwerke afrikanischer Plastik aus Schweizer Privatbesitz, Autor*in: Kunsthaus Zug, 1995
- Orakel: Der Blick in die Zukunft, Autor*in: Langer, Axel, Albert Lutz u.a.; Autor*in: Museum Rietberg Zürich, 1999
- Jahresbericht, Herausgeber*in: Museum Rietberg Zürich; Zürich, 2005
- Yoruba - Kunst und Ästhetik in Nigeria, Autor*in: Abiodun, Rowland, Henry John Drewal und John Pemberton III; Autor*in: Museum Rietberg Zürich, 1991
- Art Africain et Océanien, Autor*in: Sotheby's Paris; Autor*in: 03.12.2004, 2004
- From Shrines to Showcases - Masterpieces of Nigerian Art, Autor*in: Eyo, Ekpo; hrsg./übers.: The Ministry of Information and Communication, Abuja, Nigeria, 2008
- Art and Oracle - Spirit voices of Africa, Autor*in: LaGamma Alisa; hrsg./übers.: African Arts , spring 2000, vol 33, nr.1, 2000
- Yoruba - Nine Centuries of African Art and Thought, Autor*in: Drewal, Henry John, John Pemberton III and Rowland Abiodun, 1989
Texte
Der Name „Ifa“ für die geomantische Orakelform der Yoruba wurde vom arabischen Wort al-fal entlehnt, welches „Omen“, „Glück“ oder „Schicksal“ bedeutet. Die Technik des Ifa-Orakels scheint auf den ersten Blick leicht verständlich: Der Wahrsager, babalawo, wirft 16 Palmnüsse schwungvoll aus einer Hand in die andere und zeichnet, je nach Anzahl der verbleibenden Nüsse in der Wurfhand, einen oder zwei parallele Striche auf die mit Mehl bedeckte runde Brettschale. Nach acht erfolgten Würfen entsteht so eines von 256 möglichen Mustern, von denen jedes einen der zahllosen Ifa-Verse darstellt. Der Wahrsagepriester interpretiert nun die so gefundenen Verse für den Rat suchenden Klienten.
An den äusseren Rand des runden Brettes sind 31 zur Mitte blickende Vögel gesetzt. Vögel werden in den Ifa-Versen häufig mit der weiblichen Macht assoziiert. Die Zahl 31 ist allerdings verwunderlich: Mit 8 Würfen von 16 Nüssen für insgesamt 256 Ifa-Verse wäre die Zahl 32 in dieser Reihe fast zwingend: Hat Eschu, der Yoruba-Trickstergott, den Bildhauer in eine Falle tappen lassen?
Eschu, der vieles bewirken kann, jedoch auch gerne seinen Schabernack mit den Menschen treibt, hat alles Zukünftige in der Hand. Sein Gesicht ist am oberen Rand des Bretts zu erkennen, und auch die zwei Pfeife rauchenden Männer, die den Kreisrund flankieren, sind - wohl Darstellungen des Gottes. Am unteren Kreisrand hat der Bildhauer eine Krabbe angeordnet, denn. Wassertiere sind wie Eschu in der Lage, vom Diesseits ins Jenseits zu wechseln. Zu ihren Seiten sind zwei Widderköpfe erkennbar, aus deren Nüstern merkwürdige Arme wachsen. Dieses Motiv lässt sich auch bei den flankierenden Köpfen am oberen Brettrand erkennen. Es stammt vermutlich aus dem Formenkanon des Stadtstaates Benin, wo die Darstellung von Welsen mit aus den Nasenflügeln wachsenden Armen weit verbreitet war.
John Pemberton III, ein grosser Kenner der Yoruba-Kunst, sagt zu diesem Brett: „Der Schnitzer dieses Werks war nicht nur mit hervorragenden technischen Fähigkeiten, ifarabale, gesegnet, er hatte auch ein glänzendes Auge für Form, oju-ona, künstlerische Vorstellungskraft, imoju-mora, sowie tiefes Verständnis für den vorliegenden Gegenstand, oju-inu.“
Aus: Museum Rietberg, Jahresbericht 2005
1. Januar 2005