Brett zur Divination, opon ifa

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Urheber*in
Urheber*in unbekannt
Herstellungsort
Nigeria, Afrika
Stil/Kultur
Owo , Yoruba
Yoruba
Datierung
19./frühes 20. Jh.
Objekttyp
Gerät / Zubehör / Kleinobjekt
Material und Technik
Holz
Inventarnummer
2005.1
Masse
Gesamtmass: 44,5 x 44,5 x 7 cm
Creditline
Ankauf mit Mitteln von Novartis

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Provenienz
Ausstellungen
  • The Language of Beauty in African Art, Kimbell Art Museum, Fort Worth, TX 76107, 27.03.2022–31.07.2022
  • The Language of Beauty in African Art, The Art Institute of Chicago, Chicago, IL, 20.11.2022–27.02.2023
Literatur
Texte

Der Name „Ifa“ für die geomantische Orakelform der Yoruba wurde vom arabischen Wort al-fal entlehnt, welches „Omen“, „Glück“ oder „Schicksal“ bedeutet. Die Technik des Ifa-Orakels scheint auf den ersten Blick leicht verständlich: Der Wahrsager, babalawo, wirft 16 Palmnüsse schwungvoll aus einer Hand in die andere und zeichnet, je nach Anzahl der verbleibenden Nüsse in der Wurfhand, einen oder zwei parallele Striche auf die mit Mehl bedeckte runde Brettschale. Nach acht erfolgten Würfen entsteht so eines von 256 möglichen Mustern, von denen jedes einen der zahllosen Ifa-Verse darstellt. Der Wahrsagepriester interpretiert nun die so gefundenen Verse für den Rat suchenden Klienten.
An den äusseren Rand des runden Brettes sind 31 zur Mitte blickende Vögel gesetzt. Vögel werden in den Ifa-Versen häufig mit der weiblichen Macht assoziiert. Die Zahl 31 ist allerdings verwunderlich: Mit 8 Würfen von 16 Nüssen für insgesamt 256 Ifa-Verse wäre die Zahl 32 in dieser Reihe fast zwingend: Hat Eschu, der Yoruba-Trickstergott, den Bildhauer in eine Falle tappen lassen?
Eschu, der vieles bewirken kann, jedoch auch gerne seinen Schabernack mit den Menschen treibt, hat alles Zukünftige in der Hand. Sein Gesicht ist am oberen Rand des Bretts zu erkennen, und auch die zwei Pfeife rauchenden Männer, die den Kreisrund flankieren, sind - wohl Darstellungen des Gottes. Am unteren Kreisrand hat der Bildhauer eine Krabbe angeordnet, denn. Wassertiere sind wie Eschu in der Lage, vom Diesseits ins Jenseits zu wechseln. Zu ihren Seiten sind zwei Widderköpfe erkennbar, aus deren Nüstern merkwürdige Arme wachsen. Dieses Motiv lässt sich auch bei den flankierenden Köpfen am oberen Brettrand erkennen. Es stammt vermutlich aus dem Formenkanon des Stadtstaates Benin, wo die Darstellung von Welsen mit aus den Nasenflügeln wachsenden Armen weit verbreitet war.
John Pemberton III, ein grosser Kenner der Yoruba-Kunst, sagt zu diesem Brett: „Der Schnitzer dieses Werks war nicht nur mit hervorragenden technischen Fähigkeiten, ifarabale, gesegnet, er hatte auch ein glänzendes Auge für Form, oju-ona, künstlerische Vorstellungskraft, imoju-mora, sowie tiefes Verständnis für den vorliegenden Gegenstand, oju-inu.“
Aus: Museum Rietberg, Jahresbericht 2005
1. Januar 2005