Paul und Tina Stohler
Sammler*in
Netzwerk
- Ehepartner*in: Tina Stohler-De Marco
- Ehepartner*in: Paul Stohler (1941–2016)
Biografie
Paul Stohler wuchs in Pratteln im Kanton Basel-Landschaft auf. Bereits während seiner Gymnasialzeit in den 1950er Jahren kam er mit dem damals noch jungen Galerieprogramm des Baslers Ernst Beyeler in Berührung und entwickelte eine Vorliebe für avantgardistische Musik sowie moderne und zeitgenössische Kunst. Er studierte Bauingenieurwissenschaften an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich und absolvierte anschliessend eine Informatikausbildung. Im Anschluss arbeitete er im Bereich Projektierung und Bauleitung, sowie als freier Mitarbeiter bei der Schweizer Grossbank UBS als EDV-Entwickler und in der Organisationsentwicklung. Im Jahr 1966 lernte er seine Frau Tina De Marco kennen. Sie hatte eine kaufmännische Ausbildung absolviert und anschliessend Kurse der Alliance Française und der Sorbonne in Paris besucht. Als Tochter eines Musikers hegte auch sie eine Leidenschaft für die Künste. Nach ihrer Hochzeit im Jahr 1970 verfolgten Paul und Tina Stohler zusammen ihr gemeinsames Interesse und begannen im Jahr 1980, eine Sammlung von Werken des französischen Malers und Grafikers Théophile-Alexandre Steinlen aufzubauen. Zu ihrer Sammlung gehören Werke von Alighiero Boetti, den Tina Stohler persönlich kannte, sowie von Daniel Spoerri, Günther Uecker, François Morellet, Jean Arp und Yaacov Agam. Hinzu kommen Vasen vom Kristallstudio Daum und dem Keramiker Émile Gallé. Inspiriert von einer Ausstellung über den Ukiyoe-Meister, Kitagawa Utamaro – womöglich die des British Museums im Jahr 1995 – begannen Paul und Tina Stohler in den 1990er Jahren, japanische Farbholzschnitte zu sammeln. Bald weiteten sie ihr Interesse auch auf andere Regionen aus. So erwarben sie beispielsweise eine Sammlung javanischer Schattentheater-Spielfiguren (Wayang Kulit). Sie kauften bei verschiedenen Kunsthandlungen, von Sammler*innen und Händler*innen, sowie auf Online-Auktionen und bei Galerien in den USA. Erwerbungen auf Reisen in die Herkunftsländer sind nicht bekannt. Nach dem Tod von Paul Stohler im Jahr 2016 schenkte Tina Stohler dem Museum Rietberg 28 japanische Farbholzschnitte, 42 javanische Schattenspielfiguren sowie 25 weitere Objekte aus dem Kongo, Ghana, Nigeria und Java. Insgesamt befinden sich somit 95 Objekte aus der Sammlung Stohler im Museum Rietberg. Eine mehrere hundert Werke von Théophile-Alexandre Steinlen umfassende Kunstsammlung befindet sich im Musée Cantonal des Beaux-Arts in Lausanne.
Benutzte Quellen
- Jahresbericht Museum Rietberg 2017, S. 70.- Beltz, Johannes und Eva von Reumont, «Leaving Javanese Shadow Theatre (Wayang Kulit) Religiously Unlabelled. The Challenge of Presenting Non-European Art in a European Museum», in: Krüger, Patrick und Jessie Pons, (Hrsg.), Entangled Religion, Bd. 13, Nr. 7, 2023, S. 2–3, URL: doi.org (Zugriff am 15.10.2024).
- Lepdor, Catherine et al., Steinlen. Coups de griffe et patte de velours, Lausanne, Musée cantonal des Beaux-arts, 2023, S. 42–43., 07.2025
Verknüpfte Literatur