Pierre Uldry
Sammler
Vorstandsmitglied Rietberg-Gesellschaft
Vorstandsmitglied Rietberg-Gesellschaft
*07.05.1914
†02.11.2010
†02.11.2010
Netzwerk
- Enkel*in: Pierre Uldry Erben
- Enkel*in: Christine von Arx und Nicole Roth
- Alice und Pierre Uldry
- Tochter: Denise Lustenberger (* 1945)
- Enkel*in: Nicole Roth (* 1977)
- Ehepartner*in: Alice Uldry (1914–2006)
- Gregory Filippi
- Edward Filippi
- Christine von Arx (* 1975)
Weblinks
Biografie
Pierre Uldry stammte aus Fribourg, studierte Jura, wurde Anwalt und arbeitete zunächst in der Westschweiz und später in Zürich als Bankier. In den 1960er Jahren begann er, Kunst zu sammeln. Dabei stiess er auf eine besondere Kunstgattung, die ihn und auch seine Frau Alice Uldry in den Bann zog: das chinesische Email Cloisonné. Die Stücke aus der Mitte des 15. Jahrhunderts, die sie damals erwarben, stammten wohl aus Werkstätten, die für den Kaiserhof produzierten. Auf verschiedenen, noch zu erforschenden Wegen gelangten sie in westliche Sammlungen, insbesondere in englische Sammlungen, wie die von T. B. Kitson, einem Sammler von Jade und Cloisonné, von Sir Harry Garner, einem Aerodynamiker und Sammler von asiatischen Keramikerzeugnissen, oder von dem Finanzier Sir Percival David und seiner Frau Shelia Jane Yorke, (Lady David), Sammler*innen von chinesischem Porzellan. Tatsächlich war es Sir Harry Garner, den Pierre Uldry in den 1950er Jahren kennenlernte, der ihn zum Sammeln inspirierte und dabei beriet. Des Weiteren besass das Ehepaar Uldry Objekte, deren Provenienz auf den französischen Sammler Jean-Pierre Dubosc oder den in Shanghai, Hongkong und Genf tätigen chinesischen Sammler Edward T. Chow zurückgingen. In weniger als zwei Jahrzehnten baute das Ehepaar eine der weltweit bedeutendsten Sammlungen chinesischer Cloisonné-Kunst auf.
Die Faszination für die Kunst Chinas führte Pierre Uldry ins Museum Rietberg. Hier engagierte er sich in der Rietberg-Gesellschaft und hatte von 1976 bis 1994 das Amt des Präsidenten inne. Auf Vorschlag des Museums erwarb er chinesische und japanische Kunstwerke, die er später dem Museum schenkte. Als die Ausstellung «Treasures from the Rietberg Museum», die 66 Highlights aus allen Bereichen der Museumssammlung zeigte, im Jahr 1980 nach New York und San Francisco ging, war Pierre Uldry von der Präsentation in New York derart angetan, dass er der Stadt Zürich ein Angebot machte. Er erklärte sich bereit, die Hälfte eines Erweiterungsbaus zu finanzieren, falls die Stadt die andere Hälfte übernehmen würde. Es wurde ein Konzept ausgearbeitet, und das Museum Rietberg erhielt 1985 seinen ersten unterirdischen Erweiterungsbau. In der Eröffnungsausstellung zeigte das Museum die Cloisonné-Sammlung von Pierre und Alice Uldry. Der Begleitkatalog avancierte zum Referenzhandbuch für chinesisches Cloisonné. Die Uldry-Sammlung wurde auch in Köln und in New York sowie anderen Orten in den USA gezeigt.
Nach Abschluss dieser Ausstellungstournee widmete sich Pierre Uldry einem neuen Sammelgebiet – chinesischen Gold- und Silberarbeiten. Mit der gleichen Ausdauer und Leidenschaft baute er auch diese Sammlung auf, die im Jahr 1998 wiederum in einer Sonderausstellung im Museum Rietberg präsentiert wurde.
In den späten 1990er Jahren schenkte er dem Museum bedeutende frühe chinesische Bronzekunstwerke. Der im Jahr 2007 eröffnete Erweiterungsbau mit den neuen Sammlungsräumen ermöglichte eine umfassende Präsentation dieser Kunstwerke sowie der zahlreichen Dauerleihgaben von Pierre Uldry.
Die Faszination für die Kunst Chinas führte Pierre Uldry ins Museum Rietberg. Hier engagierte er sich in der Rietberg-Gesellschaft und hatte von 1976 bis 1994 das Amt des Präsidenten inne. Auf Vorschlag des Museums erwarb er chinesische und japanische Kunstwerke, die er später dem Museum schenkte. Als die Ausstellung «Treasures from the Rietberg Museum», die 66 Highlights aus allen Bereichen der Museumssammlung zeigte, im Jahr 1980 nach New York und San Francisco ging, war Pierre Uldry von der Präsentation in New York derart angetan, dass er der Stadt Zürich ein Angebot machte. Er erklärte sich bereit, die Hälfte eines Erweiterungsbaus zu finanzieren, falls die Stadt die andere Hälfte übernehmen würde. Es wurde ein Konzept ausgearbeitet, und das Museum Rietberg erhielt 1985 seinen ersten unterirdischen Erweiterungsbau. In der Eröffnungsausstellung zeigte das Museum die Cloisonné-Sammlung von Pierre und Alice Uldry. Der Begleitkatalog avancierte zum Referenzhandbuch für chinesisches Cloisonné. Die Uldry-Sammlung wurde auch in Köln und in New York sowie anderen Orten in den USA gezeigt.
Nach Abschluss dieser Ausstellungstournee widmete sich Pierre Uldry einem neuen Sammelgebiet – chinesischen Gold- und Silberarbeiten. Mit der gleichen Ausdauer und Leidenschaft baute er auch diese Sammlung auf, die im Jahr 1998 wiederum in einer Sonderausstellung im Museum Rietberg präsentiert wurde.
In den späten 1990er Jahren schenkte er dem Museum bedeutende frühe chinesische Bronzekunstwerke. Der im Jahr 2007 eröffnete Erweiterungsbau mit den neuen Sammlungsräumen ermöglichte eine umfassende Präsentation dieser Kunstwerke sowie der zahlreichen Dauerleihgaben von Pierre Uldry.
Benutzte Quellen
- Jahresbericht Museum Rietberg 2010, S. 42–43.- Brinker, Helmut und Albert Lutz, Chinesisches Cloisonné: die Sammlung Pierre Uldry, Zürich, Museum Rietberg, 1985.
- MRZ Archiv, K.0004-0021 U., 07.2025
Verknüpfte Literatur