Randspalte

Inhalt

Kuratorium

Dr. Michaela Oberhofer
Afrika, Ozeanien
  • Links

    Sammlungsbereich(e)

    Sammlung Afrika

    Sammlung Ozeanien

     

    Auswahl Ausstellungen

    «Dada Afrika - Dialog mit dem Fremden»
    (18. März - 17. Juli 2016, in Kooperation mit der Berlinischen Galerie)

     

    Kunsthistorisches Institut, Univeristät Zürich
    www.khist.uzh.ch

     

    Kontakt » 

    Publikationsliste »

  • Sie sind Ethnologin mit Afrika-Schwerpunkt, wie kam es dazu?

    Mir wurde die Begeisterung für Afrika und fremde Kulturen quasi in die Wiege gelegt. Zusammen mit meiner Familie bin ich bis zu meinem zehnten Lebensjahr in Afrika aufgewachsen. Mein Vater war als Ingenieur in Algerien und Togo tätig. Deshalb war es nur logisch, dass ich Ethnologie und Afrikanistik an den Universitäten Bayreuth, Birmingham und Bordeaux studiert habe. Dabei hat mich die Neugierde getrieben, wie Menschen aus unterschiedlichen Kulturen Dinge anpacken, denken und ausdrücken. Dieses Verstehenwollen führt dann bestenfalls auch zu einem Umdenken über die eigene Kultur und Geschichte.

    Für meine Doktorarbeit habe ich eine lange Feldforschung in Burkina Faso durchgeführt. Ganz klassisch, auf dem Land, zur Frage, wie Menschen mit unterschiedlichen ethnischen, sprachlichen, religiösen und kulturellen Hintergründen friedlich zusammenleben können. Ein wichtiges Thema, nicht nur in Afrika.


    Sie waren lange Zeit an der Universität tätig, wie kam es dann zum Wechsel in den Museumbereich?

    Ich liebe es zu forschen, doch hat mich die Wissenschaft um der Wissenschaft willen nicht befriedigt. Die Arbeit am Museum ist vielfältiger und mehr auf Dialog ausgerichtet. Damit meine ich sowohl den Dialog mit den Objekten selbst, als auch den Dialog mit den unterschiedlichen Menschen, mit denen man als Kuratorin zu tun hat – von den internationalen Museumsbesuchern über den Freundeskreis bis zu den Fachkollegen.

    Gerade in Bezug auf die koloniale Geschichte Afrikas halte ich darüber hinaus die intensive Zusammenarbeit und den Dialog mit den source communities in der Diaspora und den verschiedenen Akteuren aus den Herkunftsländern der Objekte für ausserordentlich wichtig. Dies zeigt sich auch an meinen bisherigen Ausstellungen und Projekten zu Nigeria (Benin) und Kamerun (Bamum). An meiner neuen Tätigkeit im Museum Rietberg reizt mich ausserdem noch der enge Kontakt zu den Sponsoren und Gönnern, mit deren Hilfe die Erweiterung der Sammlung ermöglicht wird – dieses Privileg hat nicht jedes Museum.


    Was ist Ihnen bei Ihrer Arbeit als Kuratorin wichtig?

    Das Spannende an der Arbeit als Kuratorin ist meines Erachtens, von einem konkreten Objekt auszugehen und sich zu fragen, wie und von wem es hergestellt wurde, welche ästhetischen Kriterien dabei eine Rolle spielten und in welchem Kontext es verwendet wurde. Dabei sind auch der Weg eines Objekts in ein Museum und die damit verbundenen Umdeutungen Teil der komplexen Biographie von Sammlungen.

    Immer wieder faszinierend finde ich es, bestimmte Objekte für eine Ausstellung auszuwählen, sie für das Publikum ästhetisch ansprechend zu inszenieren und anregende Geschichten dazu zu erzählen. Bereits bei meiner Tätigkeit am Ethnologischen Museum in Berlin und am Grassi Museum für Völkerkunde in Leipzig habe ich dabei versucht, die Verflechtung Afrikas mit dem Rest der Welt – von der Vergangenheit über die Gegenwart bis in die Zukunft – aufzuzeigen.

Agenda

Agenda